Forschungsdaten-Lebenszyklus

Das Lebenszyklusmodell zeigt verschiedene Phasen, die die Forschungsdaten von Ihrer Entstehung bis zur Publikation oder gegebenenfalls planmäßigen endgültigen Löschung durchlaufen:

PHASE 1: Planung der Datenerhebung

Zu Beginn wird festgelegt, welche Daten für die Beantwortung einer wissenschaftlichen Fragestellung bereits vorhanden sind und welche neu erzeugt werden sollen. Darüber hinaus werden die Maßnahmen geplant, die den Umgang mit den Daten bestimmen.

PHASE 2: Erzeugung der Daten

In dieser Phase werden neue Daten erhoben (z.B. durch Experimente, Interviews, Bildaufnahmen, Beobachtungen) sowie die bereits vorhandenen gesammelt.

PHASE 3: Beschreibung im Entstehungskontext

Im nächsten Schritt werden die Informationen über den Entstehungskontext der Daten dokumentiert, z.B. Ort und Datum der Entstehung oder Informationen zum Gerät bzw. Werkzeug, mit dem die Daten erzeugt wurden.

PHASE 4: Aufbereitung

Anhand der festgelegten Kriterien wird bestimmt, welche der erhobenen Rohdaten archiviert und welche bewusst gelöscht werden sollen. Alle relevanten Daten werden dabei in eine für die geplante Forschungsarbeit geeignete Form bzw. Datenformat umgewandelt. Diese Daten bilden in der Regel die Grundlage der wissenschaftlichen Arbeit.

PHASE 5: Nutzung

Durch die Auswertung und Verarbeitung der in der vorangegangenen Phase vorbereiteten Daten werden für die Beantwortung der Forschungsfrage neue Daten generiert, denen neue Forschungserkenntnisse zugrunde liegen. In der Regel besitzen jedoch alle Daten eine hohe Relevanz, da sie die Nachvollziehbarkeit dieser Erkenntnisse gewährleisten.

PHASE 6: Archivierung

In dieser Phase wird festgelegt, welche der gewonnenen Daten nur kurzfristig aufbewahrt werden sollen (z.B. nur für die Dauer des Forschungsprojektes), und bei welchen ist es sinnvoll, eine langfristige Archivierung zu sichern, sodass die Daten auch nach Abschluss des Forschungsprojektes auffindbar sind. In diesem Zusammenhang wird bestimmt, welche Medienformate bzw. Datenarchive oder Repositorien für die festgelegte Art der Archivierung geeignet sind. Neben den technischen Rahmenbedingungen werden hierfür anfallende Kosten geklärt sowie Regelungen zu Urheberrecht und Haftung vereinbart.

PHASE 7: Bereitstellung in geeigneter Form

Die für eine langfristige Archivierung vorgesehenen Daten werden nun gemäß den Formaten und Standards (z.B. für Metadaten, Zitierung, Annotationen) bereitgestellt und zu einem Archiv hinzugefügt. Denn damit die Daten zukünftig aufgefunden und nachgenutzt werden können, z.B. im Kontext neuer wissenschaftlichen Fragestellungen oder als Nachweis der wissenschaftlichen Praxis, ist es wichtig, sie in einer geeigneten Form zu erfassen.

PHASE 8: Nachnutzung

Es wird festgelegt, unter welchen Rahmenbedingungen die archivierten Daten von Dritten nachgenutzt werden sollen.

PHASE 9: Planmäßige Löschung

Datenschutzrechtlichen Vorschriften sehen häufig die geplante Löschung bestimmter Forschungsdaten nach Beendigung des Projektes vor (Löschfristen). Dies betrifft in der Regel personenbezogene Daten; aggregierte Daten, die keine Rückschlüsse auf die Identität einzelner Datengeber zulassen, sind hiervon häufig nicht betroffen.