Policies von Förderorganisationen

Je nach Förderorganisation und Projekt können die Anforderungen variieren. Auf SHERPA / JULIET finden Sie einen unverbindlichen Überblick zu den Anforderungen vieler internationaler Forschungsförderer. Da einige Förderer teils unterschiedliche Anforderungen für die verschiedenen Förderlinien haben, ist ein Blick auf die aktuellen Förderrichtlinien leider trotzdem unumgänglich.

Im Folgenden werden die Forschungsdaten-Policies einiger der wichtigsten Forschungsförderorganisationen skizziert.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die DFG empfiehlt, die in DFG-Projekten erzeugten Daten, so zeitnah wie möglich Dritten für mindestens 10 Jahren zur Verfügung zu stellen. Die für die Nachnutzung der Forschungsdaten anfallenden projektspezifischen Kosten können im Rahmen des Projekts beantragt werden, siehe Leitfaden für die Antragstellung.

Hinzu kommen noch disziplin-spezifische Leitfäden im Bereich der Biodiversität und der Erziehungswissenschaften.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Das BMBF hat bislang keine allgemeine Policy, die festlegt, ob und wie Forschungsdaten aus geförderten Projekten zugänglich gemacht werden und inwiefern bereits in der Antragsphase Aussagen zum Datenmanagement getroffen werden müssen. Entsprechende Regelungen finden sich aber in den Zuwendungsvoraussetzungen der einzelnen Förderlinien. In den Richtlinien zur Förderung im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“ sowie zur Stärkung der Forschung in der Geriatrie und Gerontologie wurden beispielsweise Zugänglichmachung der Daten und auch Aussagen zum Forschungsdatenmanagement gefordert.

Allerdings soll bei BMBF-Anträgen im Rahmen des sogenannten Verwertungsplans (siehe beispielsweise Seite 9 der Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Ausgabenbasis) auch auf die „Wissenschaftlichen und technischen Erfolgsaussichten“ eingegangen werden. Hier sollte auch die Nachnutzbarkeit der Ergebnisse belegt werden.

Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF)

Der SNF ist ein Verfechter von Open Research Data. Seit Oktober 2017 ist ein beim Antrag eingereichter Datenmanagementplan bei vielen Förderlinien verpflichtend. Eine Hilfestellung für die Erstellung des Plans wird vom SNF bereitgestellt. Die abschließende Version des Planes soll in der P3-Datenbank des SNF veröffentlicht werden, siehe Leitfaden für das Lifetime-Management von Forschungsprojekten (Abschnitt 6). Hinzu kommt, dass Daten, die während der Projekte entstehen, nach den FAIR-Prinzipien in einem nicht-kommerziellen Repositorium archiviert werden sollen. Insbesondere wird von den Forschenden erwartet, dass sie (Quelle)

  • die Forschungsdaten, an denen sie gearbeitet und die sie während ihrer Forschungsarbeit produziert haben, archivieren,
  • diese Daten anderen Forschenden zugänglich machen, sofern dem keine rechtlichen, ethischen oder urheberrechtlichen Gründe, Vertraulichkeitsklauseln oder ähnliches entgegenstehen,
  • ihre Daten und Metadaten in bestehenden öffentlichen Datenbanken in Formaten veröffentlichen, die es jedem Interessierten ohne Einschränkungen ermöglicht, sie zu finden, darauf zuzugreifen und sie weiterzuverwenden.

Siehe hierzu Artikel 47 des Beitragsreglements. Die Kosten für FAIRes Datenmanagement können in die Anträge mit aufgenommen werden, siehe unter anderem Artikel 2.13 des Ausführungsreglements.

Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Der FWF unterstützt als Unterzeichner der „Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities“ freien Zugang zu Forschungsdaten. Im Rahmen von FWF Projekten erhobene Daten sollen, sofern dem keine rechtlichen oder ethischen Schranken im Weg stehen, frei zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist gewünscht, dass Daten auf denen Publikationen aufbauen mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung zugänglich sind; andere im Projekt gesammelte Daten spätestens zwei Jahre nach Ende des Projektes. Siehe hierzu die Open Access Regeln des FWF.

Im Jahr 2016 wurde das Pilotprogramm „Offene Forschungsdaten“ ausgelobt. Die insgesamt 12 geförderten Projekte, viele davon in den Geisteswissenschaften, folgen den FAIR-Prinzipien. Auf  Basis des Programms werden allgemeine Richtlinien zu offenen Forschungsdaten entworfen.

Europäische Kommission

Projekte, die am “Open Research Data Pilot” teilnehmen, sind verpflichtet, einen Datenmanagementplan einzureichen, und sollen zudem ihre Daten als Open Access verfügbar machen; siehe Guidelines on Data Management in Horizon 2020 und Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Research Data in Horizon 2020. Es wird außerdem gefordert, dass neben den Daten auch Kontextinformationen zu Werkzeugen wie der verwendeten Software oder Analyseprotokolle aufbewahrt werden.

Wellcome Trust

Wissenschaftler, die vom Wellcome Trust gefördert werden wollen, benötigen ebenfalls einen Datenmanagementplan und können Kosten, die für die Erstellung anfallen, im Projekt mit beantragen, siehe Policy on Data Management and Sharing.

National Institutes of Health

Bei Projekten mit einer Fördersumme ab 500.000 USD jährlich ist die Veröffentlichung der Forschungsdaten bindend vorgeschrieben. Die Veröffentlichung der Daten soll nach Publikationszusage der interpretativen Ergebnisse (Paper, Artikel) durch einen Verlag erfolgen. Weitere Informationen finden Sie in der Data Sharing Policy.

National Science Foundation

Von den Forschern wird ebenfalls erwartet, die im Zuge des Projekts gesammelten oder erstellten Primärdaten für höchstens inkrementelle Kosten und innerhalb einer angemessenen Frist zu teilen, siehe Data Management for NSF Engineering Directorate Proposals and Awards.