Policies von Förderorganisationen

Je nach Förderorganisation und Projekt können die Anforderungen variieren. Auf SHERPA / JULIET finden Sie einen unverbindlichen Überblick zu den Anforderungen vieler internationaler Forschungsförderer. Da einige Förderer teils unterschiedliche Anforderungen für die verschiedenen Förderlinien haben, ist ein Blick auf die aktuellen Förderrichtlinien leider trotzdem unumgänglich.

Im Folgenden werden die Forschungsdaten-Policies einiger der wichtigsten Forschungsförderorganisationen skizziert.

Die DFG empfiehlt, die in DFG-Projekten erzeugten Daten, so zeitnah wie möglich Dritten für mindestens 10 Jahren zur Verfügung zu stellen. Die für die Nachnutzung der Forschungsdaten anfallenden projektspezifischen Kosten können im Rahmen des Projekts beantragt werden, siehe Leitfaden für die Antragstellung.

Seit 01.08.2019 gilt der Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der DFG. Mit Inkrafttreten des Kodex müssen alle Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen die 19 Leitlinien rechtsverbindlich umsetzen, um Fördermittel durch die DFG erhalten zu können. Das Forschungsdatenmanagement ist in besonderem Maße von den nachfolgenden Leitlinien betroffen:

  • Leitlinie 7: Phasenübergreifende Qualitätssicherung
  • Leitlinie 10: Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen, Nutzungsrechte
  • Leitlinie 11: Methoden und Standards
  • Leitlinie 12: Dokumentation
  • Leitlinie 13: Herstellung von öffentlichem Zugang zu Forschungsergebnissen
  • Leitlinie 17: Archivierung

Hinzu kommt noch eine stetig wachsende Zahl disziplin-spezifischer Leitfäden, die für einzelne Fachdisziplinen gelten. Diese enthalten meist zusätzlich Anforderungen an das Datenmanagement, die auch in den Anträgen diskutiert werden müssen. Siehe hierzu beispielsweise die Leitfäden für der Bereichen Biodiversität, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Editionswissenschaften oder Erziehungswissenschaften.

Das BMBF hat bislang keine allgemeine Policy, die festlegt, ob und wie Forschungsdaten aus geförderten Projekten zugänglich gemacht werden und inwiefern bereits in der Antragsphase Aussagen zum Datenmanagement getroffen werden müssen. Entsprechende Regelungen finden sich aber in den Zuwendungsvoraussetzungen der einzelnen Förderlinien. In den Richtlinien zur Förderung im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“ sowie zur Stärkung der Forschung in der Geriatrie und Gerontologie wurden beispielsweise Zugänglichmachung der Daten und auch Aussagen zum Forschungsdatenmanagement gefordert.

Allerdings soll bei BMBF-Anträgen im Rahmen des sogenannten Verwertungsplans (siehe beispielsweise Seite 9 der Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Ausgabenbasis) auch auf die „Wissenschaftlichen und technischen Erfolgsaussichten“ eingegangen werden. Hier sollte auch die Nachnutzbarkeit der Ergebnisse belegt werden.

Der SNF ist ein Verfechter von Open Research Data. Seit Oktober 2017 ist ein beim Antrag eingereichter Datenmanagementplan bei vielen Förderlinien verpflichtend. Eine Hilfestellung für die Erstellung des Plans wird vom SNF bereitgestellt. Die abschließende Version des Planes soll in der P3-Datenbank des SNF veröffentlicht werden, siehe Leitfaden für das Lifetime-Management von Forschungsprojekten (Abschnitt 6). Hinzu kommt, dass Daten, die während der Projekte entstehen, nach den FAIR-Prinzipien in einem nicht-kommerziellen Repositorium archiviert werden sollen. Insbesondere wird von den Forschenden erwartet, dass sie (Quelle)

  1. die Forschungsdaten, an denen sie gearbeitet und die sie während ihrer Forschungsarbeit produziert haben, archivieren,
  2. diese Daten anderen Forschenden zugänglich machen, sofern dem keine rechtlichen, ethischen oder urheberrechtlichen Gründe, Vertraulichkeitsklauseln oder ähnliches entgegenstehen,
  3. ihre Daten und Metadaten in bestehenden öffentlichen Datenbanken in Formaten veröffentlichen, die es jedem Interessierten ohne Einschränkungen ermöglicht, sie zu finden, darauf zuzugreifen und sie weiterzuverwenden.

Siehe hierzu Artikel 47 des Beitragsreglements. Die Kosten für FAIRes Datenmanagement können in die Anträge mit aufgenommen werden, siehe unter anderem Artikel 2.13 des Ausführungsreglements.

Der FWF unterstützt als Unterzeichner der „Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities“ freien Zugang zu Forschungsdaten. Im Rahmen von FWF Projekten erhobene Daten sollen, sofern dem keine rechtlichen oder ethischen Schranken im Weg stehen, frei zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist gewünscht, dass Daten auf denen
Publikationen aufbauen mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung zugänglich sind. Über die Veröffentlichung weiterer im Projekt gesammelter Daten entscheidet die Projektleitung. Die vormals bestehende Empfehlung, diese Daten zwei Jahre nach Projektende zu publizieren, wurde hier abgemildert. Siehe hierzu die Open Access Regeln des FWF.

Besonders zu beachten ist, dass seit 01.01.2019 alle bewilligte Projekte einen Datenmanagementplan einreichen müssen, siehe hierzu die Antragsrichtlinien, Punkt 5. Der FWF bietet hierfür eine Vorlage für den Datenmanagementplan, die die Minimalanforderung des FWF abdeckt. Die Forschungsdatenbestimmungen der FWF Open-Access Policy stellen fest:

    Der DMP muss zusammen mit dem FWF-Fördervertrag für ein genehmigtes Projekt eingereicht werden. Der DMP ist Voraussetzung für den Projektstart und wird vom FWF auf Vollständigkeit überprüft. Er muss in der gleichen Sprache wie der Förderantrag verfasst sein. Der DMP sollte nur die wichtigsten Informationen enthalten und darf eine Länge von 10.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) nicht überschreiten.

Projekte, die am “Open Research Data Pilot” teilnehmen, sind verpflichtet, einen Datenmanagementplan einzureichen, und sollen zudem ihre Daten als Open Access verfügbar machen; siehe Guidelines on Data Management in Horizon 2020 und Guidelines on Open Access to Scientific Publications and Research Data in Horizon 2020. Es wird außerdem gefordert, dass neben den Daten auch Kontextinformationen zu Werkzeugen wie der verwendeten Software oder Analyseprotokolle aufbewahrt werden.

Wissenschaftler, die vom Wellcome Trust gefördert werden wollen, benötigen ebenfalls einen Datenmanagementplan und können Kosten, die für die Erstellung anfallen, im Projekt mit beantragen, siehe Policy on Data Management and Sharing.

Bei Projekten mit einer Fördersumme ab 500.000 USD jährlich ist die Veröffentlichung der Forschungsdaten bindend vorgeschrieben. Die Veröffentlichung der Daten soll nach Publikationszusage der interpretativen Ergebnisse (Paper, Artikel) durch einen Verlag erfolgen. Weitere Informationen finden Sie in der Data Sharing Policy.

Von den Forschern wird ebenfalls erwartet, die im Zuge des Projekts gesammelten oder erstellten Primärdaten für höchstens inkrementelle Kosten und innerhalb einer angemessenen Frist zu teilen, siehe Data Management for NSF Engineering Directorate Proposals and Awards.

Die Seite wurde zuletzt am 21.10.2019 geändert.